Historie

Anfang und erste Blützeit (1930 - 1933)

Gegründet am 13. Januar 1930 als erster Club in Deutschland durch Dr. Suzanne Noel, Präsidentin des Clubs Paris Fondateur.

Im Januar 1930 wird in den Räumen der Deutschen Gesellschaft am Nollendorfplatz der Club Berlin ins Leben gerufen. Der erste deutsche Club, neun Jahre, nachdem in den Vereinigten Staaten Soroptimist International gegründet worden war. Die renommierte „Vossische Zeitung“ berichtet darüber. Pate für den Club Berlin ist der Club in Paris. 1930 war für die damaligen Clubschwestern ein „Goldenes Zeitalter“ - die Schranken, die Frauen im Berufsleben und im öffentlichen Leben beengt hatten, waren gefallen, und Frauen erreichten führende Stellen in der Regierung, in den Künsten, in der Presse, im Geschäftsleben, in den Wissenschaften, beschreibt es die Chirurgin Dr. Edith Peitz. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern in Berlin, ebenso wie zum Beispiel eine Regierungsassessorin, eine Elektroingenieurin, eine Malerin und eine Sozialbeamtin.

Der Berliner Club wächst rasch, im Jahr 1932 sind es schon rund 40 Mitglieder, das Spektrum der Berufe wächst, eine Sportlehrerin ist zum Beispiel dabei, eine Musikerin, eine Rechtsanwältin, eine Kosmetikerin, eine Juwelierin, eine Journalistin, eine Leiterin eines Korsettgeschäfts – und auch die Schauspielerin Tilla Durieux. Treffpunkt ist dienstags im Restaurant Hahnen am Nollendorfplatz.
Clubschwestern übernehmen einen umfangreichen Teil des Vortragszyklus „Frauen über Frauenberufe“ in der Lessing-Hochschule und sie gestalten den Raum „Wohn- und Bibliothekszimmer der berufstätigen Frau“ in der Berliner Ausstellung „Wohnen und Mode“. Sie veranstalten neben den Clubabenden Lesungen mit Autorinnen, Museumsführungen, einen Abend, in dem „Moderne Musik“ vorgestellt wird, sie empfangen Besuche von Soroptimistinnen aus den USA, aus Paris, London, Wien und Bristol.

Existenz in der Dunkelheit (1933 – 1951)

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten endet der Aufschwung des jungen ersten deutschen Clubs von Soroptimist International jäh. Viele Clubschwestern mit jüdischer Abstammung gehen ins Exil oder werden verfolgt. Man trifft sich heimlich, hilft sich im Verborgenen. Tilla Durieux geht mit ihrem Mann ins Exil, die erste Rechtsanwältin Preussens, Margarete Berent, flieht über Chile in die Vereinigten Staaten, die Architektin Marie Frommer erhält Berufsverbot und schlägt sich nach London und dann New York durch, die Malerin Annot Jacobi, Mitglied der Berliner Session und des Deutschen Künstlerbundes, flüchtet ebenso nach New York wie die Fotografin Lotte Jakobi. Die Schriftstellerin Gabriele Tergit („Käsebier erobert den Kurfürstendamm“) emigriert über Prag nach Palästina, die Publizistin Hilde Walther, Redakteurin der von Carl von Ossietzky geleiteten „Weltbühne“, wird zunächst interniert, kann dann aber noch in Lissabon das rettende Schiff in die Freiheit erreichen.
Die in Berlin verbliebenen Clubschwestern können sich nur noch heimlich treffen und helfen im Verborgenen, wo sie können, das belegen viele Zeugnisse.

Neubeginn und Aufschwung in friedlichen Zeiten (1951 – 1989)

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs ist Berlin schwer getroffen. Nur langsam läuft das normale Leben wieder an. Schnell finden sich die Clubschwestern wieder zusammen, Kontakte werden neu geknüpft, einige Mitglieder kehren nach und nach aus dem Exil zurück.
Um den langsam sich wiederfindenden Club kümmern sich intensiv die dänische Soroptimistin Clara Hammerich und die norwegische Unionspräsidentin. Am 23.Oktober 1951 wird der Club Berlin formal in die europäische Föderation wieder aufgenommen. Damit setzten unsere Soroptimistischen Nachbarinnen ein besonderes Zeichen der Versöhnung: sie nahmen den deutschen Club wieder in ihre Gemeinschaft auf und legten die Grundlage für das schnelle Wachstum des Soroptimismus in Deutschland mit heute über 200 Clubs in der Deutschen Union.
1952 wird der zweite deutsche Club in Frankfurt a.M. gegründet. Nach der Gründung des zweiten Clubs beantragten die Vertreter der niederländischen Union die Gründung der deutschen Union.
Wir sehen in dem Engagement der Vertreterinnen gerade dieser Länder so kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ein Zeichen für soroptimistische Freundschaft, Toleranz und Vertrauen. Für den Berliner Club ist dies eine besondere Verpflichtung.
Hertha von Gebhardt war die erste Präsidentin des wiederbelebten Berliner Clubs, die Romanschriftstellerin gehörte schon zu den Gründungsmitgliedern und sichert das Anknüpfen an die erste, kurze Blütezeit.
1955 berichtet der „Berliner Kurier“ über den Club und zählt einige der sehr unterschiedlichen Berufe der Clubschwestern auf: u.a. Modejournalistin, Architektin, Spediteurin, Konditorin, Verlegerin, Atemtherapeutin, Bank-Prokuristin, Ärztin, Schriftstellerin, Sprachheilpädagogin.
Zu den ersten sozialen Projekten gehören Altenbetreuung und die Verteilung von Spenden ausländischer Schwesternclubs.
Ende März 1960 wird das 30-jährige Bestehen gefeiert, mit Empfang im Charlottenburger Schloss und Festessen in der Kongresshalle. Die Gäste können eine Stadtrundfahrt durch West- und Ostberlin erleben. Wenige Monate später wird die Berliner Mauer errichtet.
1970 weist die Chirurgin Dr. Edith Peritz, die den Berliner Club 1930 mit ins Leben gerufen hat, zum 40-jährigen Jubiläum darauf hin, dass es nicht allein auf das freundschaftliche Netzwerk berufstätiger Frauen in aller Welt ankomme, sondern dass die furchtbaren Begebenheiten der Kriegszeit gelehrt hätten, wie wichtig soziale Verpflichtungen, nationale Aufgaben oder internationale Beziehungen sind. Sie ruft auf, Stellung zu nehmen zu den brennenden Fragen der Zeit.
Mit dem Bau der Mauer 1961 erlebte der Club Berlin schwierige Jahre, bedingt durch die wirtschaftliche und politische Entwicklung. Dazu trat die isolierte geografische Lage der Stadt, abgeschnitten von vielen Entwicklungen, die sich in der Bundesrepublik Deutschland vollzogen. Viele Menschen verließen Berlin, um sich anderswo eine neue Existenz zu schaffen.
Doch die Clubschwestern hielten den Club lebendig, warben neue Mitglieder, trugen die soroptimistischen Ziele an die Öffentlichkeit und hielten den Kontakt mit den Clubschwestern in der Bundesrepublik und im Ausland.
Mit zunehmender Zuversicht entstand der Gedanke, in Berlin einen weiteren Club zu etablieren. Es gelang, interessierte Frauen zu gewinnen, und im November 1982 wurde der Club Land Berlin, später umbenannt in Berlin-Charlottenburg gegründet.

Wiedervereinigung und der Aufschwung Berlins (1989 - heute)

Dann fiel 1989 die Berliner Mauer, ein unbeschreibliches Ereignis.
Der Club war mitten in den Vorbereitungen für den 60jährigen Geburtstag. 200 Gäste hatten sich angemeldet, mit dem Fall der Mauer hatte der Club über 500 Gäste willkommen zu heißen - eine logistische Herausforderung. Mit gutem Willen und soroptimistischer Haltung und Freundschaft Ihrer Gäste konnten die Clubschwestern Berlins dies meistern.
Nach der Wiedervereinigung besuchten uns viele Clubschwestern aus den alten Bundesländern wie dem Ausland.
Innerhalb Berlins entwickelten sich viele Kontakte mit dem ehemaligen „Ostberlin“ und es entstand der Wunsch, einen neuen Berliner Club im ehemaligen Osten zu gründen. So konnten die Patinnen vom Club Berlin im Oktober 1994 den Club Berlin Mitte chartern.
Die Kontakte weiteten sich aus und so wurde im Oktober 1998 der Club Potsdam gechartert.

Um die Verbundenheit mit unseren Links zu zeigen, organisierte der Club 1997 ein Linktreffen mit allen Links.

Vom 22-24.April 2005 feierten wir unser 75 jähriges Jubiläum mit ca. 300 Gästen aus aller Welt unter dem Motto "Rückwärts schauen, vorwärts blicken".


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